Pflanzenherkunft
Der Wallnussbaum, an welchem die Früchte des köstlichen Öls wachsen, kann 20 Meter hoch werden und gehört zur Familie der Wallnussgewächse (Juglandaceae). Er stammt aus Mittelasien und kann bis zu 160 Jahre alt werden.

Geschichte
Der Name Walnuss beziehungsweise der Wortteil „Wal“ wird aus dem mittelhochdeutschen „Welsch“ abgeleitet, was soviel heißt wie „der Fremde“. Karl der Große brachte den Wallnussbaum nämlich von Mittelasien nach Europa. Seither gehören Nord- und Südeuropa neben Nord- und Südamerika zu den wichtigsten Anbaugebieten. Bereits vor der Eiszeit soll der Walnussbaum in Europa verbreitet gewesen sein. Durch den Eiseinbruch wurde dieser jedoch nach Mittelasien verdrängt.

Herstellung

Die ersten Erträge bringt der Baum nach circa 15 Jahren. Etwa 35 Jahre dauert es jedoch bis der Ertrag bei der Höchstmenge von 40 Kilogramm Nüssen pro Baum liegt. Anfang Oktober kann man beobachten, wie die Hülle der Frucht aufplatzt und die Nüsse, die sich im Inneren verbergen, zu Boden fallen. Nachdem die Nüsse gesammelt wurden, werden sie getrocknet. Teilweise werden die Walnüsse auch geröstet, sodass sie einen noch intensiveren Geschmack erhalten.

Inhaltsstoffe
Im Walnusskern sind in etwa 50 – 65 Prozent Öl enthalten. Das Wallnussöl setzt sich aus 42 bis 72 Prozent Linolsäure, 20 Prozent Ölsäure und 3 bis 16 Prozent Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) zusammen. Nur acht Prozent des Öls bestehen aus gesättigten Fettsäuren. Dieses Öl ist das einzige Nussöl mit einem so hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und zählt zu den vitaminreichsten Ölen. Qualitativ hochwertige Walnussöle sind ausschließlich kaltgepresst.

Verwendung und Lagerung
Die Anwendung des Wallnussöls erfolgt vorwiegend innerlich. Das kaltgepresste Öl darf keinesfalls erhitzt werden, da sich entstehende freie Radikale negativ auf die Gesundheit auswirken können. Besonders an Wurzelgemüse und Salaten kommt das nussig-sanfte Aroma des Öls besonders gut zur Geltung.

Teilweise wird das Öl auch industriell verwendet. So wird es beispielsweise als Grundstoff in Künstlermalfarben verarbeitet.

Wenn das Wallnussöl gut verschlossen und kühl gelagert wurde, kann es bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Zu lange der Luft ausgesetzt, wird dieses Öl schnell ranzig.

Kaufberatung
Das Wallnussöl besitzt eine hellgelbliche bis grünliche Farbe. Besonders delikates Wallnussöl wird in Frankreich produziert. Einzelne Hersteller bieten sogar kleine Proben an, welche denen einer Weinprobe nahekommen. Das Öl zählt zu den teureren Ölen, ist aber aufgrund seines einzigartigen Nuss-Aromas und den wertvollen Inhaltsstoffen sein Geld wert.

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Quellen:

Braunschweig, R.v. (2007). Pflanzenöle: Qualität, Anwendung und Wirkung (3. überarbeitete Auflage 2010). Wiggensbach: Stadelmann Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Löw, H. (2003). Pflanzenöle. Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen. Graz: Leopold Stocker Verlag

Titelbild: Böhringer Friedrich / commons.wikimedia.org

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