Pflanzenherkunft
Die Sonnenblume geht aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler hervor und wurde auf dem Ursprungskontinent Nordamerika bereits vor drei bis vier Jahrtausenden für die Ölgewinnung genutzt.

Geschichte
Für die in Nordamerika beheimateten Indianer galt die Sonnenblume als „gesegnete“ Pflanze. Sie wurde dort bereits vor 3.000 Jahren als Nahrungsmittel und Kosmetika verwendet. Heutzutage wird die Sonnenblume weltweit angebaut. Besonders in Russland tragen die günstigen klimatischen Bedienungen zu einem ergiebigen Anbau bei. In dieser Region ist Sonnenblumenöl als „Fastenöl“ bekannt. Erst seit dem 19. Jahrhundert wird die Sonnenblume in Russland zur Ölgewinnung verwendet. Die strenge russisch-orthodoxe Kirche verbot russischen Bauern fast ein dreiviertel Jahr den Verzehr tierischer Fette. Einen Ausgleich fanden sie daraufhin in Sonnenblumenöl. Ohne es zu wissen, taten sie damit auch ihrer Gesundheit etwas Gutes.

Herstellung
Der Blumenkorb der Sonnenblume beinhaltet circa 2000 Samenkerne, welche je nach Art eine andere Färbung aufweisen. Die Ernte erfolgt in der Zeit zwischen Ende August bis Ende September. Bei trockenen Blütenböden lassen sich die Samen per Hand leicht herauslösen. Bei größerem Anbau wird diese Arbeit von Mähdreschern übernommen. Anschließend zerschlagen weitere Maschinen die künstlich getrockneten Blütenkörbe, sodass die Samen sich herauslösen.
Mit dem Anbau von Sonnenblumen kann ein Ertrag von 1.000 Litern Öl pro Hektar erzielt werden. Durch den vermehrten Anbau von Mais und Raps sind Sonnenblumenfelder in Deutschland in den letzten Jahren stark zurück gegangen.

Inhaltsstoffe
Sonnenblumenöl enthält bis zu 77 Prozent Linolsäure und bis zu 40 Prozent Ölsäure. Der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist abhängig davon, welchen Temperaturen die Pflanze beim Heranwachsen ausgesetzt ist.
Je höher die Temperaturen sind, umso niedriger kann der Anteil an einzelnen Inhaltsstoffen sein. Der Linolsäuregehalt kann bei sehr hohen Temperaturen sogar auf 20 Prozent absinken. Wichtige Fettbegleitstoffe wie Lecithin und Tokopherole sind mit bis zu 1,5 Prozent enthalten und für den Zellstoffwechsel von besonderer Bedeutung.

Das Öl beinhaltet 120-mal mehr Omega-6 Fettsäuren als Omega-3 Fettsäuren. Da Omega-6 Fettsäuren die Wirkung der ebenfalls essentiellen Omega-3 Fettsäuren aufhebt, sollte das Öl nicht ausschließlich allein in der Küche verwendet werden, sondern mit anderen Ölen wie Raps- oder Leinöl (reich an Omega-3 Fettsäuren) kombiniert werden.

Verwendung und Lagerung
Besonders empfehlenswert ist Sonnenblumenöl für eine Ölzieh-Kur, da es viele Schlacken und Schadstoffe im Mund binden kann.

In der Kosmetik kann Sonnenblumenöl aufgrund seiner Wirkstoffe ebenfalls angewendet werden. Wegen der hohen Oxidationsempfindlichkeit sollte es jedoch mit anderen, besser haltbaren Ölen gemischt werden.

In der Küche ist besonders bei kaltgepresstem Sonnenblumenöl Vorsicht geboten. Durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aus der Linolsäure zersetzt sich das Öl sehr schnell, wenn es erhitzt wird. Daher sollte man das Öl an Salate oder an bereits fertig gegartes Gemüse geben.

Das raffinierte Öl wird häufig als Rohstoff bei der Herstellung von Margarine verwendet.

Kaufberatung
Das hellgelbe Öl sollte ausschließlich kaltgepresst gekauft werden. Es gehört zu den preisgünstigeren Ölen, was aber keinesfalls auf ein weniger gesundes Öl schließen lässt. Der Geschmack des Öls sollte noch eine leichte Note der Sonnenblumenkerne enthalten.
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Quellen:

Lüthi, Dr. I.; Iding, D. (2008). Heilsame Öle. München: F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH

Braunschweig, R.v. (2007). Pflanzenöle: Qualität, Anwendung und Wirkung (3. überarbeitete Auflage 2010). Wiggensbach: Stadelmann Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Schmid, R. (2011). Ölwechsel für ihren Körper! Gesund, vital und schön mit naturbelassenen Ölen. Verlag Ernährung & Gesundheit

Titelfoto: Bruce Fritz / commons.wikimedia.org

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