Pflanzenherkunft
Raps stammt aus der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler und trägt die biologische Bezeichnung „Brassica napus“. Neben den Anbaugebieten in Indien, China und Kanada wird Raps auch in unseren Regionen angebaut. Da Raps auch frostige Nächte im Frühjahr übersteht, ist die Pflanze für den Anbau in unseren Breiten gut geeignet. Raps erreicht abhängig von der jeweiligen Sorte eine Größe von 80 bis 150 cm.

Geschichte
Mit der ursprünglichen Bezeichnung Rüböl war das Rapsöl lange Zeit aufgrund von EG-Richtlinien nur bedingt zugelassen. Es wies bis zu 48 Prozent Erucasäure auf, welche sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen negativ auf Stoffelwechselvorgänge von Nieren, Milz und Schilddrüse auswirkt. Während des zweiten Weltkriegs wurde in Kanada Raps angebaut, um die britische Armee mit eruca-reichem Schmiermittel zu versorgen. Gleichzeitig nutzten die Kanadier die optimalen klimatischen Bedingungen, um an der Züchtung eruca-armer Rapssorten zu forschen. Die erste eruca-arme Rapssorte in Deutschland wurde 1973 zugelassen. Das aus dem Raps gewonnene Öl konnte durch die neue Züchtungen auf circa 0,5 bis 1,5 Prozent Erucasäure reduziert werden. Neuerdings erfreut sich Rapsöl immer größerer Beliebtheit, nicht zuletzt weil es als Kraftstoff zu einer ausgeglichenen CO2-Bilanz beiträgt.

Herstellung
Reife Rapspflanzen erkennt man an der Gelbfärbung des Stammes sowie an den stark eingedunkelten Schoten. Mähdrescher kommen bei der Ernte zum Einsatz. Saaten, die nach der Ernte noch einen Wassergehalt von zehn bis 15 Prozent aufweisen, müssen zusätzlich getrocknet werden. Ansonsten würde es bereits nach 24 Stunden Lagerung zu einem erheblichen Qualitätsverlust kommen. Pro Hektar werden circa 3,5 Tonnen Ertrag erzielt.

Inhaltsstoffe

Im Vergleich zu anderen Ölen weist kaltgepresstes Rapöl den höchsten Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und gleichzeitig den niedrigsten Anteil an gesättigten Fettsäuren auf. Rapsöl ist mit 60 Prozent reich an Ölsäure und hat einen Linolsäuregehalt von circa 19 Prozent sowie einen Alpha-Linolensäuregehalt von circa neun Prozent. Die Fettbegleitstoffe Vitamin E und Provitamin A helfen bei der Bekämpfung schädlicher freier Radikale. Das ebenfalls in größeren Mengen enthaltene Vitamin K soll positive Auswirkungen auf Blutgerinnungsvorgänge haben. Durch das Raffinieren des Öls werden viele dieser wichtigen Inhaltsstoffe reduziert.

Verwendung und Lagerung
In erster Linie wird raffiniertes Rapsöl in Form von Speiseöl oder auch als Zusatz zur Herstellung von Margarine verwendet. Ersatzweise wird es außerdem häufig als gesündere Alternative zu Butter und Margarine beim Backen verwendet. Das raffinierte Öl ist bis zu 18 Monate an einem kühlen, luftdichten Ort haltbar.

Auch kaltgepresstes Rapsöl ist bis auf 190 Grad erhitzbar, die Haltbarkeit beträgt jedoch nur sechs Monate. Rapsöl ist sehr geschmacksneutral und wird daher häufig verwendet, um das Eigenaroma anderer Zutaten nicht zu überdecken.

Kaufberatung
Mittlerweile wird im Handel vermehrt hochwertiges kaltgepresstes Rapsöl angeboten, welches von Experten aufgrund seines delikaten Geschmacks sehr geschätzt wird.

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Quellen:

Braunschweig, R.v. (2007). Pflanzenöle: Qualität, Anwendung und Wirkung (3. überarbeitete Auflage 2010). Wiggensbach: Stadelmann Verlag

Löw, H. (2003). Pflanzenöle. Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen. Graz: Leopold Stocker Verlag

Ulmer, G.A. (1996). Heilende Öle. Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel. Neue Erkenntnisse. Tuningen: Günter Albert Ulmer Verlag.

Titelbild: freeday / photocase.com

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