Pflanzenherkunft
Die krautige Pflanze ist den Nachtkerzengewächsen zugehörig. Die Blüten bestehen aus großen gelblichen Kelchblättern, welche einen intensiven Geruch verbreiten. Vorwiegend in den Abendstunden öffnen sich die Blüten innerhalb weniger Minuten in ihrer vollen Pracht. Bereits am nächsten Mittag sind die meisten Blüten wieder verblüht. Bestäubt werden die Blüten durch Nachtschwärmer, die den Pflanzen auch ihren Namen verleihen.

Geschichte
Beheimatet ist die Nachtkerze ursprünglich in Nordamerika. Dort gibt es mehr als 200 Arten dieses Gewächses. Bereits im 17. Jahrhundert besiedelte die Pflanze auch Europa, wo sie an Böschungen, in Gärten oder auf Ödland wächst. Zunächst nur als Wildpflanze bekannte, lernte man die Nachtkerze im 18. Jahrhundert auch als Küchenpflanze schätzen. Vorerst wurden aber eher die Wurzeln verwendet.

Herstellung
Die etwa 1,50 Meter hoch wachsende Pflanze blüht nur für 24 Stunden. Die Früchte, welche aus den befruchteten Blüten hervorgehen, tragen circa 200 Samen. Diese Samen dienen zur Herstellung des kostbaren Nachtkerzenöls und beinhalten 15 bis 30 Prozent Öl. Für ein Gramm Nachtkerzenöl sind ganze 10.000 Samen notwendig. Die Samen werden gewaschen, getrocknet und dann ausgepresst. Durch die Vermeidung von Wärmezufuhr bleiben alle Inhaltsstoffe im Öl enthalten und machen es zu einem besonders hochwertigen Öl.

Inhaltsstoffe
Das Öl ist eine goldgelbe und klare Substanz. Zusammengesetzt ist das Öl aus 27 Prozent Alpha-Linolsäure, 30 Prozent Beta-Linolsäure, 8 Prozent Gamma-Linolensäure und 24 Prozent Ölsäure. Vor allem der im Vergleich zu anderen Ölen sehr hohe Anteil an Gamma-Linolensäure macht das Öl besonders wertvoll. Für gewöhnlich ist der menschliche Körper dazu in der Lage, selbst Gamma-Linolensäure zu bilden. Es gibt aber auch Menschen, beispielsweise Neurodermitiker, bei denen diese Funktion gestört ist. Gesättigte Fettsäuren sind hingegen nur in sehr geringem Maße in diesem Öl enthalten.

Anwendung und Lagerung
Anwendung findet das Nachtkerzenöl vor allem bei Hautbeschwerden. Bereits nordamerikanische Algonquin-Indianer erkannten die regulierende Wirkung des Öls auf Hauterkrankungen. Eine ähnliche Zusammensetzung wie die des Nachtkerzenöls lässt sich auch bei Borretschsamenöl und Johannisbeersamenöl finden.
Besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe soll ein Gemisch aus Nachtkerzenöl, Borretschöl und Vitamin E enthalten.

Durch den starken Eigengeschmack des Öls empfiehlt es sich nicht als alleinige Zugabe an Salaten. Mischen Sie das Öl am Besten mit einem neutraleren Öl, um trotzdem von den wertvollen Inhaltsstoffen des Öls zu profitieren. Es darf dabei unter keinen Umständen erhitzt werden. Der sehr hohe Vitamingehalt und die vielen sekundären Pflanzenstoffe des Öls würden sonst stark beeinträchtigt.

In jedem Fall sollte das Nachtkerzenöl schnellstmöglich aufgebraucht werden. Bewahren Sie das Öl verschlossen an einem kühlen Ort maximal neun Monate auf.

Kaufberatung
Das Nachtkerzenöl weist einen arttypischen, eher gewöhnungsbedürftigen Geschmack auf. Es ist nur für kurze Zeit haltbar und wird daher häufig in kleinen Kapseln angeboten. So kann das wertvolle Öl bestens dosiert werden. Erhältlich sind die Fertigpräparate in Apotheken, Reformhäusern oder Naturkostläden.

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Quellen:

Ulmer, G.A. (1996). Heilende Öle. Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel. Neue Erkenntnisse. Tuningen: Günter Albert Ulmer Verlag.

Löw, H. (2003). Pflanzenöle. Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen. Graz: Leopold Stocker Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: Natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Titelbild: Rosel Eckstein / pixelio.de

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