Haselnussöl

Pflanzenherkunft
Die Haselnuss gehört der Pflanzenfamilie der Birkengewächse an. Neben wichtigen Anbaugebieten in Süd- und Mitteleuropa gibt es einen ebenso hohen erwerbsmäßigen Teil des Anbaus in der Türkei. Das strauchartige Gewächs kann bis zu sieben Meter hoch werden. Die Frucht, aus der das Öl gewonnen wird, ist die Nuss. Diese befindet sich in einem Fruchtbecher. Meist werden mehrere dieser Fruchtbecher an einem Stiel zusammengehalten.

Geschichte
Die Haselnuss ist die einzige Nussart, die ihren Ursprung in Europa hat. Nach der Eiszeit war ganz Deutschland von Haselnusssträuchern besiedelt. Schon vor mehreren tausend Jahren galt die Haselnuss ähnlich wie der heutige „Müsliriegel“ als echter Energiespender.

Herstellung
Die Sträucher werden in einem Abstand von drei bis vier Metern in Reihen gepflanzt. Die Ernte findet erst nach vier Jahren zum ersten Mal statt. Die Reifezeit liegt zwischen April und September. Mithilfe einer sogenannten „Kehrmaschine“ werden die Nüsse abgelesen und nachgetrocknet. Erst nach zehn Jahren hat man den größtmöglichen Ertrag von drei Tonnen Haselnüssen pro Hektar erreicht. Insgesamt können die Sträucher etwa 50 Jahre lang genutzt werden. Haselnussöl wird durch Kaltpressung aus den Nüssen gewonnen.

Inhaltsstoffe
Haselnussöl besitzt einen sehr hohen Anteil an Ölsäure. So ist die einfach ungesättigte Fettsäure circa 78 bis 90 Prozent enthalten. Auch die zweifachungesättigte Linolsäure ist mit etwa drei bis 14 Prozent vertreten. Beide haben eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel des Menschen. Das Öl gilt weiterhin als sehr guter Energielieferant und ist besonders leicht zu verdauen.
Haselnussöl weist große Mengen an den fettlöslichen Vitaminen D und E auf. Gesättigte Fettsäuren, die vom Körper nur schwerlich umgewandelt werden, sind nur in sehr geringem Maße (drei bis acht Prozent)enthalten.

Verwendung und Lagerung
Besonders als Hautöl eignet sich Haselnussöl am besten. Es besitzt einen angenehmen Geruch und zieht schnell ein. Daher wird es sehr häufig in Cremes, Massageölen und für Lippenpflegeprodukte verwendet.

Das eher unempfindliche Öl kann zum Braten, für feines Gebäck oder auch für Salate genutzt werden. Als Alternative zum eher kräftig schmeckenden Olivenöl kann es zum Dünsten verwendet werden. Haselnussöl kann bis auf 200 Grad erhitzt werden. Die Haltbarkeit des Öls ist sehr gut, da es auch an der Luft nicht schnell ranzig wird. Es kann bei Raumtemperatur und an einem dunklen Ort gut verschlossen etwa neun Monate aufbewahrt werden.

Kaufberatung
Hochwertiges Haselnussöl erkennen Sie an einem sanften nussigen Geschmack mit einer leicht süßlichen Note. Es ist ein eher klares Öl mit einer leicht gelblichen Färbung. Prinzipiell ist Haselnussöl auch für Nussallergiker geeignet, da keine allergieauslösenden Stoffe im Öl enthalten sind. Es ist dennoch empfehlenswert, Haselnussöl zunächst sparsam zu verwenden. So kann eine mögliche allergische Reaktion gegen Reststoffe, welche bei der Herstellung ins Öl gelangt sind, eher ausgeschlossen werden.

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Quellen:

Braunschweig, R.v. (2007). Pflanzenöle: Qualität, Anwendung und Wirkung (3. überarbeitete Auflage 2010). Wiggensbach: Stadelmann Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Löw, H. (2003). Pflanzenöle. Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen. Graz: Leopold Stocker Verlag

Titelbild: H. Zell /commons.wikimedia.org

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